Mag. Adolf Bischofberger (*1900 in Ottensheim, + 30.6.1986 in Bad Vöslau)


Im Jahr 1913 bekam sein Vater Adolf sen. eine Anstellung in Deutschlandsberg zunächst als Lehrer an der Mädchen- und Bubenvolksschule, der er später auch als Direktor vorstand.

Schon bald folgten auch die Beförderung zum Bezirksschulinspektor (1913 bis 1923) sowie die Ernennung zum Regierungsrat. Für den Bezirk Deutschlandsberg  erwarb sich Bischofberger darüber hinaus bleibende Verdienste als Kartograph, der Generalkartenblätter mit den Höhenprofilen sowie Spezialkartenblätter (1:75.000) anfertigte. Auf seinen Übertritt in den Ruhestand 1923 folgte auch ein Wohnortwechsel von Deutschlandsberg nach Graz (Grillparzerstraße 45).

 Foto: alpinwiki.at; Urheberrechte Archiv Proksch (ÖAK)

 

Auch seine Söhne Adolf und Friedrich zogen nach Graz, Tochter Elisabeth heiratete am 7.8.1913 Dr. Ignaz Purkarthofer, Lehrer für Geograpie und Geschichte in Pula. Gemeinsam bezogen sie dort eine Wohnung in der Via Giulia 7. Ignaz Strutz, der Großvater des Bräutigams war übrigens zu dieser Zeit Bürgermeister von Deutschlandsberg.

Die beiden Söhne traten um 1920 dem GAK als Leichtathleten und Feldhandballer bei. Ab etwa 1923 übernahmen sie auch Funktionärsaufgaben im GAK sowohl bei den Leichtathleten als auch in der Handballsektion.

 

Adolf begann das Studium der Pharmazie, das er auch erfolgreich um 1930 abschloss. Neben dem Studium leitete er um 1925 einige Jahre lang jeden Dienstag das Training der Leichtathleten des GAK.

Seine große Leidenschaft war allerdings das Bergsteigen. So trat Adolf Bischofberger bereits 1922 dem Österreichischen Alpenklub bei (Mitgliedsnummer 9). Schon bald reichte sein Bekanntheitsgrad über die Grenzen der Steiermark hinaus, nach einigen Jahren war sein Name auch international bekannt. Vor allem Erstbesteigungen der schwierigsten Routen im Hochschwabmassiv zusammen mit Fritz Sikorovsky und Raimund Schinko sorgten für Furore. Aber auch im Dachsteingebiet, am Glockner und im Ausseerland unternahm er Erstbegehungen.

 

Im Krieg holte sich Bischofberger eine schwere Arthrose, die ihm nach dem Krieg das Extrembergsteigen unmöglich machte. Erst im Alter von 60 Jahren eröffnete Bischofberger ein neues Kapitel in seinem Bergsteigerleben. Als Apotheker mit dem Umgang von „Wundermitteln“ vertraut, war es ihm dann möglich noch einige Jahre seinem Hobby nachzugehen.

Für Aufsehen sorgte er 1965 mit einer spektakulären Rettungsaktion in der Südwand des Grundlseer Reichenstein, als er einen abgestürzten Bergkameraden im Alleingang aus dem Fels holte.

 

Schon schwer von seiner Gelenkskrankheit gezeichnet, übersiedelte er um 1980 von der Grazer Nibelungengasse 26 in ein Pensionistenheim nach Bad Vöslau. Einer der größten österreichischen Bergsteiger und auch ehemaliger GAK-Funktionär starb dort am 30.6.1986.